Tschüss, Pinneberg Museum

Neun Wochen lang hast du meine Bilder beherbergt und gut auf sie achtgegeben. Du hast sie mit deinem ganz besonderen Charme an deinen in sanftem Licht schimmernden Wänden gezeigt. In Gedanken war ich mehrmals täglich bei dir und habe gelernt, dass dein Zauber sich manchem erst auf den zweiten Blick erschließt. Viele Gespräche habe ich in dieser Zeit mal eben zwischendurch und bei den Führungen geführt und die offenbarten Gedanken der Betrachter genossen. Mit dieser Ausstellung habe ich - wie jeder Künstler, der seine Werke öffentlich zeigt - wieder ein wenig von mir selbst offenbart, mich angreifbar gemacht. Ja, auch Angriffe gab es, und ich weiß nicht, ob inzwischen wieder überall Frieden eingekehrt ist. Der Abschied von dir berührt mich mit einem ambivalenten Hauch. Einerseits fühle ich mich etwas verloren, so, als verabschiede sich ein mir nahestehender Mensch in eine andere ferne Stadt und ich ahne, dass ich ihn lange nicht wiedersehen werde. Die entstehende Lücke wird sich wohl nur langsam schließen. Andererseits bietet die jetzt folgende Zeit wieder Raum für Neues. Ideen drängen begierig, sie wollen bald ins rechte Licht gesetzt werden. Nur Eines ist anders als sonst: die jetzt beginnende Phase hat schon heute einen Namen. Sie wird "fallin' man" heißen. Bei dem Versuch, ein scharfes Bild von all diesen Gefühlen zu erstellen, scheitere ich allerdings. Das will mir noch immer nicht gelingen. Es bleibt unscharf. Versprochen.

13.12.2018